Rezensionen

Paula Hawkins: Girl on the Train

21. Juni 2015

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Girl on the Train ist ein Buch, das ich am liebsten jedem sofort in die Hand drücken möchte! Meine Erwartungen waren aufgrund der Werbekampagne relativ hoch. Oft ist es schwierig diesen dann gerecht zu werden. In diesem Fall wurden sie aber sogar noch übetroffen und ich habe genau das bekommen, was ich mir von einem spannenden Roman wünsche.

Was den Inhalt betrifft, steht eigentlich alles was man vorher wissen muss im Klappentext. Deshalb möchte ich darauf gar nicht mehr näher eingehen. Mir ist es viel wichtiger auf den Punkt zu bringen, was diese Geschichte bei mir ausgelöst hat und wie ich es während dem Lesen empfunden habe.

Rachel als sympathischen Charakter zu bezeichnen fällt wohl eher schwer. Ihre Beweggründe zu verstehen war nicht immer einfach. Anfangs beobachtet sie nur. Dann rückt sie aber zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens. Was ist mit „Jess“ passiert? Was ist an dem besagten Abend tatsächlich vorgefallen? Das sind Fragen, die auch mich beschäftigt haben. Und so habe ich während des Lesens permanent nach Anhaltspunkten gesucht. Paula Hawkins hat konstant die Spannung aufrechterhalten und diese gegen Ende sogar noch weiter gesteigert. Bis kurz vor Schluss bin ich im Dunkeln getappt und habe schließlich erst kurz vor Schluss erahnt, wie sich alles abgespielt haben könnte und wie einzelne Vorkommnisse zusammenhängen.

Von Kapitel zu Kapitel wird zwischen insgesamt drei weiblichen Protagonisten gewechselt. Dieser Aspekt trägt zusätzlich zur Spannung bei und mischt die Erzählung auf. Als Leser erhält man so einen vielfältigen Blick auf die Handlung, aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das mag möglicherweise verwirrend klingen, fügt sich aber wunderbar zu einem Gesamtbild zusammen.

Bei Rachel habe ich mich häufig gefragt, was sie antreibt. Ist es die Suche nach Aufmerksamkeit oder Anerkennung? Braucht sie lediglich eine Aufgabe? Ihr Alkoholproblem lässt sich nicht leugnen und so steigert sie sich immer stärker in das Verschwinden von „Jess“ rein. Sie verliert zunehmend den Halt in ihrem Leben und begibt sich selbst in Gefahr.

Paula Hawkins verpackt all das in einem rasanten Schreibstil, der den Leser für sich einnimmt und erst wieder loslässt, wenn die allerletzte Seite gelesen ist. Es passiert immer etwas und ist man erstmal auf den Zug aufgesprungen, gibt es kein Entkommen. Der Verlag wirbt mit dem Slogan „Nicht zu stoppen“ und das trifft es hier ausgesprochen gut. Ich musste unbedingt in Erfahrung bringen, wie sich alles abgespielt hat. Welche Wahrheit kommt am Ende ans Licht?

Girl on the Train ist unheimlich gut konstruiert und packend erzählt. Für mich schon jetzt einer der besten Thriller 2015 – grandiose Unterhaltung und spannende Lesestunden sind hier sicher!

Girl on the Train – Paula Hawkins – Blanvalet – 448 Seiten

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