Rezensionen

Sarah Elise Bischof: Panthertage

13. Mai 2015

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Heute Mittag habe ich dem Interview mit Sarah Elise Bischof gelauscht, das im ZDF Mittagsmagazin ausgestrahlt wurde. Da trifft es sich gut endlich die Rezension in Angriff zu nehmen. Beendet habe ich ihren Debütroman Panthertage nämlich bereits im April. Nun fragt man sich vielleicht, wieso die schriftliche Buchbesprechung noch auf sich warten ließ. Auf einen Mangel an Zeit kann ich es nicht schieben. Vielmehr hatte ich ein wenig Angst, diesem wunderbaren Buch nicht gerecht zu werden und nicht die passenden Worte zu finden.

Auf den 208 Seiten taucht man ab in die Geschichte der Hauptprotagonistin Sarah, die im Alter von 20 Jahren die Diagnose Epilepsie erhält. Eine Krankheit, die sich in diesem Fall nicht mit kleinen Schritten angebahnt hat, sondern versucht ganz plötzlich die Kontrolle zu übernehmen. Wie schwer es ist, eine solche Krankheit in den eigenen Alltag einzubinden, beschreibt Sarah auf eine leicht verständliche Art. Ich muss gestehen, dass ich mich persönlich bisher noch nicht allzu sehr mit Epilepsie auseinandergesetzt habe. Auf diesem Gebiet war ich bislang also größtenteils eher unwissend und unerfahren. Eine Freundin hat mir jedoch vor Kurzem erst erzählt, dass sie auf dem Bahnhof einen solchen epileptischen Anfall eines jungen Mannes miterlebt hat. Das Erschreckende war jedoch, dass einige Passanten einfach nur da standen oder vorbeigegangen sind anstatt zu helfen. Dies ist ein Aspekt, der auch von der Autorin angesprochen wird. Wie reagiert man in so einem Fall am besten? Wie kann man dem Betroffenen zur Seite stehen? Elementare Fragestellungen, die in diesem Zusammenhang auftauchen und über die man hier während des Lesens mehr erfährt.

Mein Leseerlebnis war hauptsächlich von zwei Emotionen geprägt. Auf der einen Seite habe ich eine wahnsinnige Sympathie für Sarah empfunden. Dieses Gefühl war von Anfang an präsent. Sie hat eine unheimlich lockere und lustige Art. Wie sie mit unangenehmen Situationen umgeht war für mich wirklich beeindruckend. Vor allem ihre Schlagfertigkeit und generell ihr Humor haben mir extrem gut gefallen. Man spürt was für eine starke Persönlichkeit sie ist.

Diese Lebensweise zieht sich durch das gesamte Buch. Sarah lässt sich nicht unterkriegen und schaut stets nach vorne. Obwohl sie auf vieles verzichten muss, merkt man doch wie sehr sie das Leben genießt und mit all seinen Facetten zu schätzen weiß. In manchen Momenten mag es unglaublich schwer sein sich wieder aufzuraffen. Nach einem epileptischen Anfall braucht der Körper ausreichend Zeit und Ruhe, um wieder neue Kraft zu tanken. Grundsätzlich ist es unfassbar wichtig, dass der Stress nicht überhandnimmt und der Körper im Gleichgewicht bleibt. Während des Lesens habe ich jede Sekunde hautnah miterlebt. Neben der Sympathie für Sarah habe ich an einigen Stellen aber auch eine unbändige Wut gespürt. Es ist unvorstellbar, wie unverschämt, rücksichtslos und unsensibel manche Menschen tatsächlich sein können.Völlig gedankenlos und ohne jegliches Einfühlungsvermögen. Da hätte ich manchmal am liebsten auf den Tisch gehauen und die Leute ordentlich durchgeschüttelt.

Das Schreibtalent von Sarah Elise Bischof ist unverkennbar. Panthertage ist ein Buch, das einen festen Platz im Regal verdient hat. Ein Buch, das ich ohne Einschränkungen jedem ans Herz legen möchte. Es hilft nicht nur die Auswirkungen und Hintergründe von Epilepsie besser zu verstehen, sondern vermittelt gleichzeitig ein wunderbar starkes und bewusstes Lebensgefühl.

Panthertage – Sarah Elise Bischof – Edel Books – 208 Seiten

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