Rezensionen

Sue Monk Kidd: Die Erfindung der Flügel

1. Juni 2015

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Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen die beiden Mädchen Sarah und Handful. Zwei Mädchen, die auf komplett verschiedenen Seiten des Lebens stehen. Die Eltern von Sarah gehören zur höheren Gesellschaft von Charleston. Handful hingegen befindet sich gemeinsam mit ihrer Mutter als Sklavin im Besitz der Familie Grimké. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Sarah und Handful erzählt. Zusätzlich unterteilt sich das Buch in mehrere Zeitabschnitte, wodurch man sich Schritt für Schritt in Richtung Zukunft bewegt. Auf diese Weise hat man als Leser die Entwicklung der beiden Mädchen genau vor Augen. Den gesamten Weg, von der Kindheit bis hin zur erwachsenen Frau.

Der gewählte Sprache von Sue Monk Kidd entspricht, nehme ich an, der damaligen Zeit. Zusammen mit den Protagonisten befinden wir uns nämlich zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Die Sklaverei in den Vereinigten Staaten hat furchtbare Ausmaße angenommen. Aber auch gegnerische Gruppierungen kristallisieren sich heraus. Viele Begriffe waren für mich ungewohnt und unbekannt. Die Formulierungen und Ausdrücke machen an einigen Stellen deutlich, dass die Geschichte nicht in der Gegenwart spielt. Hiermit hatte ich zunächst etwas zu kämpfen. Es war zwar entsprechend der Umstände gut gewählt, hat mich persönlich aber relativ häufig im Lesefluss gestört.

Was für mich Die Erfindung der Flügel zu etwas Besonderem macht, sind die außerordentlich starken Frauen! Und hierzu zähle ich nicht nur die Hauptprotagonistinnen. Auch Angelina, die Schwester von Sarah und Charlotte, die Mutter von Handful, haben meine Hochachtung verdient. Obwohl alle ihre Ängste haben, strahlen sie doch unfassbar viel Mut aus. Sie schrecken nicht davor zurück, etwas zu verändern und sich dadurch gegen die Gesellschaft aufzulehnen. Hinzukommt, dass man auf jeder einzelnen Seite spürt, wie viel Arbeit die Autorin in dieses Werk gesteckt hat. Sie muss im Vorhinein unheimlich viel recherchiert haben, da die Handlung in einigen Eckpunkten auf wahren Begebenheiten beruht. Die Grimké-Schwestern haben sich für die Abschaffung der Versklavung eingesetzt. Zusätzlich haben sie sich für die Rechte von Frauen stark gemacht und mit ihren Reden sowie ihrem Engagement einen Stein ins Rollen gebracht. Ein weiterer Blick auf die genauen Hintergründe lohnt sich in diesem Fall!

Die Autorin verknüpft gekonnt wahre historischen Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung. Hierdurch hat sie ein eindrucksvolles Werk geschaffen, an das man sich noch lange nach dem Lesen zurückerinnern wird.

Die Erfindung der Flügel – Sue Monk Kidd – Btb – 496 Seiten

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